Mein Fazit zum Norwegenpraktikum

Alles in allem war die Zeit in Norwegen eine Erfahrung, die es absolut Wert war, gemacht zu werden.

Für meine Empfindungen war die Zeit jedoch ein wenig zu kurz. Ich hatte gerade das Gefühl, richtig angekommen zu sein und mich eingearbeitet zu haben, da musste ich schon wieder die Koffer packen und saß im Flieger in Richtung Heimat. Auch die Dunkelheit sollte man nicht unterschätzen. Man wird nicht gleich depressiv, aber ich zum Beispiel, empfand eine ständige Müdigkeit die mich nicht losließ. Die Kälte und der Schnee waren noch das kleinste „Problem“. Trotz einiger Komplikationen, wie beispielsweise die Missverständnisse mit unserer Begleitung würde ich diese Erfahrung jederzeit wiederholen.

Allerdings würde ich jedem raten der nach Norwegen zum Praktikum will nicht mit dem Bus zu reisen. So schön es auch war die Landschaften von vier verschiedenen Ländern innerhalb von 24 Stunden zu bestaunen, ist es doch um einiges angenehmer und bequemer sich einfach in den Flieger zu setzten. Man merke sich dabei: so früh buchen wie nur möglich!

Nancy

mit dem Bus nach Norwegen – Vergnügen oder Tortur?

Meine Reise nach Norwegen startete zu einer sehr untypischen Zeit, morgens um 3.30 Uhr am Busbahnhof von Göttingen.

Göttinger Bahnhof - morgens um 03:00 Uhr

Göttinger Bahnhof – morgens um 03:00 Uhr

Planmäßig sollte unser erster Bus, nach Hamburg, um 3.55 Uhr starten. Dank des unerwarteten Wintereinbruchs durften wir uns allerdings noch bis 4.45 Uhr in der Kälte die Beine in den Bauch stehen. Mit also knapp 50 Minuten Verspätung könnte es dann endlich losgehen.

Die meisten Mitreisenden im Bus waren, wie es zu dieser Uhrzeit ja eigentlich normal ist, am Schlafen. Der Busfahrer versuchte nun einiges der verlorenen Zeit wieder gut zu machen. Dank der doch recht leeren Autobahnen schien ihm dies auch, zumindest teilweise, zu gelingen. Ein erster kurzer Zwischenstopp erfolgte in Hannover. Mit dem Handy am Ohr ging es dann weiter in Richtung Hamburg. Der Busfahrer versuchte die Zentrale in Hamburg zu erreichen, da einige, wie auch wir, noch einen AnschlussBus erreichen mussten und dies durch die Verspätung von nun immer noch 40 Minuten sehr knapp wurde.

Um 8.00 Uhr erreichten wir den Busbahnhof in Hamburg von Schnee war hier weit und breit nichts mehr zu sehen. Wie uns mitgeteilt wurde, hatte unser AnschlussBus, der um 8.00 Uhr abgefahren wäre, auch Verspätung. Nachdem wir uns beim Eurolines-Schalter einen Boardpass besorgt haben und unsere Koffer eingeladen wurden, durften wir auch den nächsten Bus betreten, der dann mit ca. 25 Minuten Verspätung in Richtung Kopenhagen startete.

Der zweite Bus hatte nun auch funktionierendes W-lan was die Fahrt deutlich angenehmer gestaltete. Der erste Stopp erfolgte ziemlich schnell in Lübeck. Danach ging es weiter in Richtung Fehmarn. In Puttgarden ging es dann auf die Fähre, die ca. 45 Minuten bis zum anderen Ufer in Dänemark brauchte. Es herrschte ein schöner Wellengang und der Wind peitschte einem ins Gesicht, wenn man sich nach Draußen traute während der Fahrt. In Dänemark war nun vom Winter gar nichts mehr zu sehen. Wenn man aus dem Bus schaute, konnte man fast meinen der Frühling stehe vor der Tür, so wie die Sonne schien. Der nächste Stopp erfolgte dann in Kopenhagen, wo wir eine Stunde Aufenthalt hatten, der dank des nicht sehr Ffrühlingshaften und eiskalten Windes nicht sehr angenehm war.

Trotz anfänglicher Verwirrung, welcher denn nun unser nächster Bus sein sollte, haben wir es geschafft in den richtigen einzusteigen und die Fahrt in Richtung Ziel konnte um 14.30 Uhr im dritten Bus weiter gehen. Nach einem kurzen Stopp am Flughafen in Kopenhagen, wurde in kürzester Zeit wieder einmal das Land gewechselt. Über eine Brücke fuhren wir rüber nach Schweden, wo sich mir und auch den Anderen im Bus ein wunderschöner Ausblick mit Sonnenschein pur auf das Meer bot.

Sonne über dem Meer

Sonne über dem Meer

Nach nur knapp 30 Minuten Fahrt hielten wir so schon in Malmö. Die Fahrt durch Schweden setzte sich fort mit Stopps unter anderem in Lund oder auch in Helsingborg. Mittlerweile war es dunkel geworden und aus dem Bus in die Landschaft zu schauen, um sich ein wenig abzulenken, machte nun auch keinen Sinn mehr. Doch dank voller Akkus auf Smartphone und Tablet, plus den extra Bonus das es auch in diesem Bus W-lan gab, machte die Fahrterträglich. So verging die Fahrt beim Skypen doch gleich schneller und in Göteborg wurde dann ein letztes Mal umgestiegen.

Dort dann wieder die anfängliche Verwirrung, welcher der dort zwei stehenden Busse, die nach Oslo fahren unserer war. Nachdem man die Verständigungsprobleme mit einem Älteren Mitarbeiter aus dem Weg geräumt hatte, wussten wir also, dass der zweite Bus eizusätzlich eingesetzt wurde da die Passagieranzahl größer war als die der Sitzplätze in einem Bus. So fuhr nun ein Bus als Express nach Oslo, der Andere die normale Route. Da der Express schon aus allen Nähten platzte, entschieden wir uns für den „normalen“ Bus und somit startete um 19.45 Uhr auch unser vierter Bus des Tages.

Das W-lan im letzten Bus konnte oder wollte nach so einen langen Tag nicht mehr. Von daher gestaltete sich der letzte Teil der Busreise eher ruhig. Bei einem Zwischenstopp stiegen nochmal ein paar Leute hinzu. Somit war nun auch unser Bus gut gefüllt war. Mein nun neuer Sitznachbar machte sich ziemlich breit und begann recht schnell an laut zu schnarchen. Auch der Versuch dieses mit Musik abzublocken scheiterte. Der Wechsel von Schweden nach Norwegen war sogar in der Dunkelheit der Nacht gut zu erkennen. Wo man in Schweden überwiegend Flachland hatte und bei Tageslicht noch sehen konnte, wer am nächsten Tag zu Besuch kommt, so war es, sobald man die Grenze zu Norwegen passierte, das komplette Gegenteil. Man sah immer mehr Berge und auch der Baum/Tannen-Anteil der Landschaft nahm zu. Das ganze wurde dann vom Wetter abgerundet: Denn wenn man nun aus dem Fenster schaute, sah man schon eine leichte weiße Schicht von Schnee.

Endlich in Oslo angekommen, schnappen wir uns unser Gepäck und gingen zu dem vereinbarten Ort, wo Øystein uns in Empfang nahm. Die Koffer wurde im TetrisSystem in das doch ein wenig kleine Auto geladen und sobald auch wir unsere Plätze im Auto hatten, konnten die letzten 1½ Stunden Autofahrt starten. Um mich herum herrschte Stille, entweder fiel man wie die Person rechts von mir, so gut wie sofort in den Schlaf oder man hörte auch einfach Musik und schlief dann ein so wie links hinter mir.

Nur zwischen der Person rechts und mir gab es anfangs noch ein paar Gespräche, aber auch die verstummten nach einer Weile. Øystein versuchte mir schon einmal den Plan für morgen (oder war es schon heute?) zu erläutern. Ich versuchte mir zu merken was ging, was nach der langen Reise ohne Schlaf nicht mehr so leicht fiel.

Schließlich in Buskerud angekommen wurden uns schnell unsere Zimmer gezeigt und noch ein Foto geschossen und dann konnten wir in unsere Betten für die nächsten drei Wochen fallen.

Eine (Hin)Reise von ca. 24 Stunden mit dem Bus, der Fähre und dem Auto, durch vier Länder nahm so am 04.01.2016 ihr Ende. Nach mehr als 42 Stunden ohne Schlaf war ich noch nie so froh ein Bett zu sehen.

Meine Begleiter nach Norwegen.

Meine Begleiter nach Norwegen.

 

Nancy und Carolin

Was muss ich tun und was kostet ein Praktikum?

Das sind die Kostenfaktoren, die auf mich zukommen, wenn ich mich für ein Auslandspraktikum entscheide:

Kostenfaktoren:

  • Reisekosten (z. B. An- und Abreise)
  • Lebenshaltungskosten im Ausland (z. B. für Unterkunft, Essen, Handy-Kosten oder Zahnpasta)
  • Gebühren für Sprachkurse (z. B. in Deutschland und vor Ort)
  • Vermittlungs- und Mitgliedsgebühren (z. B. für die Praktikumsstelle)
  • Versicherungskosten (z.B. für eine Kranken- und Unfallversicherung)
  • Medizinische Vorsorge (z. B. Impfungen)

Wichtig bei Vermittlungsgebühren – Was bekommt Ihr für das Geld in organisierten Programmen?

Solltest Du Dich dafür entscheiden, mit einer Organisation, ins Ausland zu gehen, kann es sein, dass der Programmanbieter Gebühren erhebt. Das ist in Ordnung, wenn klar ist, welche Gebühren für welche Leistungen zu Bezahlen sind. So können zum Beispiel Gebühren anfallen für:

  • Verträge die vorbereitet und geschrieben werden müssen
  • Formulare
  • interkulturelle Trainings- und Vorbereitungskurse
  • Gastfamilien im Ausland
  • Vermittlungsgebühren
  • Mitgliedsbeiträge
Die Gebühren können je nach Programmanbieter variieren. Da der GFT-Erasmus e.V. ein gemeinnütziger Verein ist, so halten sich die Gebühren im Rahmen, teilweise können Sie auch im Mitgliedsbeitrag enthalten sein. Was ist genau in den Gebühren enthalten?
  • Wird Dir ein Praktikumsplatz vermittelt?
  • Werden Dir Versicherungen empfohlen oder kannst Du Gruppenversicherungen in Anspruch nehmen?
  • Gibt es einen vorbereitenden Sprachkurs, eine Informationsveranstaltung, ein Vorbereitendes und Nachbereitungstreffen?
  • Hast Du einen Ansprechpartner im Ausland?
Häufig fallen Gebühren bei den Projektpartnern des GFT-Erasmus e.V. an. So ist der Aufenthalt in Großbritannien und Irland ein Rundum-Sorglos-Paket, das dann leider auch etwas kostet. Wenn ich mich selbst einbringe und mich um viele Dinge selber kümmere fallen kaum Gebühren an und ich bekomme eine gute finanzielle Unterstützung vom Verein. Das Sgechöne am GFT-Erasmus e.V. ist auch, dass er bei der Finanzierung hilft und den Eigenanteil auch in Raten abzahlen lässt, wenn denn ein Eigenanteil anfällt.
Tipp

Ich kann Dir nur empfehlen die Programme verschiedener Anbieter nach Kosten und Qualität zu vergleichen. Prüfe auch, ob es Rücktrittsklauseln gibt, etwa wenn Du krank wirst. Allerdings haben die Programmanbieter nicht auf alle Gebühren Einfluss wie z.B. bei Absagen in Großbritannien, dort werden Ausfallkosten fällig oder einige ausländischen Verwaltungen verlangen für die Ausstellungen eines Visums Gebühren.

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Mir hat sehr die Checkliste des GFT-Erasmus e.V. geholfen. Auch solltest Du Deinen Aufenthalt Schritt für Schritt planen.

So kannst Du Deinen Aufenthalt planen:

Schritt 1: Was kostet dein Auslandsaufenthalt?

Hast Du rechtzeitig mit der Planung begonnen? Dann fällt es Dir leichter Deine An- und Abreise zu organisieren – fährst Du mit dem Bus, Zug oder dem Flugzeug? Wirst Du in einer Gastfamilie, einer WG, einer Pension oder im Studentenwohnheim wohnen? Brauchst Du ein Visum und was kostet es? Musst Du Dich selbst verpflegen, kocht Ihr gemeinsam oder kannst Du in der Kantine essen? Du solltest Dir eine genaue Auflistung aller Kosten machen, die auf Dich zu kommen könnten. Denk daran auch zu Hause musst Du Leben und wohnen – vielleicht auch Dein Zimmer oder Wohnung weiter zahlen…

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Schritt 2: Welche finanzielle Unterstützung könnte Dir helfen?

Stipendium: Ein Stipendium ist eine finanzielle Unterstützung etwa für Azubis oder junge Berufstätige und dient meistens dazu, Aus- und Weiterbildung zu fördern. Dazu zählt unter anderem das Förderprogramms Erasmus+ der Europäischen Union (EU). Du kannst während oder direkt nach Deiner Ausbildung ins europäische Ausland und erhältst ein Stipendium. Ein Stipendium ist nicht immer gleich eine Überweisung von Geld auf dein Konto. Die finanzielle Unterstützung deckt meistens die laufenden Kosten deines Auslandsaufenthaltes ab, zum Beispiel deine Übernachtungskosten und deine Verpflegung. Manche enthalten sogar ein kleines Taschengeld. Es gibt aber auch Programme, die nicht alle Ausgaben übernehmen, sondern nur Zuschüsse für bestimmte Kosten, zum Beispiel für Deine An- und Abreise übernehmen. Egal, ob du einen Zuschuss oder ein volles Stipendium erhältst – Freizeitspaß wie Kino, Ausgehen oder Ausflüge musst Du fast immer selbst finanzieren. Arbeitslohn für dein Praktikum: Nicht immer ist aber ein Stipendium nötig: In manchen Ländern außerhalb Europas, zum Beispiel in Kanada, erhältst Du einen Praktikantenlohn, der ausreicht, um deine Lebenshaltungskosten zu decken. Er richtet sich nach dem Mindestlohn in diesen Ländern. Ausbildungsvergütung als Azubi: Wenn Du als Azubi einen Teil Deiner Ausbildung im Ausland machst, wird das als Teil Deiner Berufsausbildung anerkannt. Deshalb erhältst Du während deines Auslandsaufenthaltes weiterhin Deine Ausbildungsvergütung.

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Schritt 3: Wie kannst du dich vor ungeplanten oder zu hohen Kosten schützen?

Einige Monate vor der Abreise solltest Du alle Versicherungsfragen geklärt haben, damit Du im Ausland nicht von unnötigen Kosten überrascht wirst, zum Beispiel, wenn Du krank wirst oder einen Unfall hast. Versicherungen, die für Praktikum und Freizeit im Ausland gelten, schützen vor diesen finanziellen Risiken. Achte bei der Arbeit und in der Freizeit auf deine persönliche Sicherheit. Natürlich solltest Du auch über die Einreisebestimmungen und die Gesetze in Deinem Gastland informiert sein, um Bußgelder und Strafen zu vermeiden. Zum Beispiel ist es verboten Obst bei der Einreise in die USA oder Australien dabei zu haben. Was in Deutschland normal ist, ist z.B. in anderen Ländern verboten. In den USA darfst Du nicht auf offener Straße Alkohol trinken.

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Der GFT-Erasmus e.V. berät Dich auch in allen Schritten, i.d.R. geht er Punkt für Punkt mit Dir durch, so dass Du ohne Probleme ins Ausland reisen kannst. Auch ist er immer für Dich erreichbar, wenn Du Fragen oder Kummer hast. Mir hat er sehr geholfen…

Ich möchte mich auf diese Weise nochmal für meine tollen Erfahrungen und mein Praktikum bedanken!

Jessie