Der entwicklungspolitische Freiwilligendienst (eFD)

Was ist der entwicklungspolitische Freiwilligendienst (eFD) und wie unterscheidet er sich von anderen?

Der entwicklungspolitische Freiwilligendienst ist ähnlich wie das FSJ/FÖJ im Ausland (Freiwilliges Soziales bzw. Ökologisches Jahr), selbst die Zeiten von 6 Monaten bis 18 Monaten können gleich gewählt werden. Seit 2008 kommen immer mehr andere auch staatlich geförderte „Freiwilligendienste“ auf dem Markt, so wie der entwicklungspolitische Freiwilligendienst, der flexiblere Zeiten und Einsatzgebiete möglich macht.flags

Inhaltlich unterscheiden sich das FSJ oder FÖJ (Freiwilliges Ökologisches Jahr) vom eFD (entwicklungspolitischen Freiwilligendienst) oder BFD (Bundesfreiwilligen-dienst) kaum voneinander. Auch hier wird vornehmlich in Entwicklungs- oder Schwellenländern an gemeinnützigen Projekten mitgearbeitet bzw. eine freiwillige Tätigkeit im sozialen oder ökologischen Bereich gemacht, die dem Wohl der Allgemeinheit dienen. Dieser Bereich ist sehr weit, so dass mögliche Aufgaben weit gefächert sind. Als FJ-ler im Ausland wird man in folgenden Bereichen eingesetzt:

  • in Krankenhäusern und Altenheimen,
  • in der Land- und Forstwirtschaft
  • in Einrichtungen der Behindertenhilfe,
  • in Projekten zur Errichtung von Brunnen oder Wasseranlagen,
  • in Kinderheimen,
  • Kindertagesstätten und Schulen,
  • in Jugendeinrichtungen und Sportvereinen oder auch in Museen und Bibliotheken.

Beispielhaft seien genannt der Englischunterricht an einer Schule im Dschungel, Kinderbetreuung im Waisenhaus, Mitarbeit in einem Krankenhaus, Hilfe bei dem Anlegen von Bewässerungsanlagen in Afrika. Man nimmt also am Leben teil und arbeitet nicht nur vom Schreibtisch aus. Dies bietet auch der entwicklungspolitische Freiwilligendienst. Daher gibt es unseres Erachtens nur Unterschiede in der Dauer und ggf. in der Förderung.

Dauer

Der Freiwilligendienst im Ausland ist flexibel ausgestaltet. Freiwillige können nach den Richtlinien der Förderer von einem halben Jahr bis zu 18 Monate im Ausland bleiben. In der Praxis bleiben aber mehr als 90 Prozent der Teilnehmer genau ein Jahr lang im Ausland. Die Vorteile liegen auf der Hand: je länger die Freiwilligen im Einsatzland sind, desto besser beherrschen sie die Landessprache, verstehen sie die Situation vor Ort und helfen sie dem Projekt.

[collapse]

Voraussetzungen

Für einen geförderten Freiwilligendienst im Ausland muss man mindestens 18 Jahre und darf höchsten 28 Jahre sein. Der Auslands-FD ist offen für alle jungen Erwachsenen mit gültiger Aufenthaltserlaubnis in Deutschland, d.h. insbesondere auch für Österreicher und andere EU-Bürger sowie Schweizer mit entsprechendem Visum. Es müssen Kenntnisse der Sprache im Gastland oder gute Englischkenntnisse vorhanden sein, oft beides. Die Mindestdauer des Auslandsaufenthalts beträgt 6 Monate, die Höchstdauer 18 Monate. In der Regel ist es aber genau ein Auslandsjahr, sind es also 12 Monate. Weiter ist die Teilnahme an Seminaren (25 Tage) Pflicht.

[collapse]

Kosten

Projekte in einem FD im Ausland werden – anders als Projekte in Deutschland – in der Regel nicht mit staatlichen Geldern gefördert. Auf der anderen Seite ist ein FD im Ausland für die Entsendeorganisation relativ teuer, da viele rechtliche Auflagen beachtet werden müssen. Hierzu zählen insbesondere die Notwendigkeit Versicherungen für die Freiwilligen abzuschließen, Seminare abzuhalten und Taschengeld zu zahlen. Es müssen aber auch Sozialversicherungsbeiträge an den Staat gezahlt werden. Das BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit) hat daher die Organisation „weltwärts“ gegründet und fördert zum Teil mit ca. 75% Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländern, so dass hier die Trägerorganisationen/Teilnehmer selbst ca. 25 % aufbringen müssen. Wir als Trägerorganisation und gemeinnütziger Verein können eine FD-Stelle im Ausland daher nur ausnahmsweise allein finanzieren, wenn für dieses Projekt Firmen Gelder spenden. Um die anfallenden Kosten zu decken, ist es auch von „weltwärts“ vorgesehen, dass die Freiwilligen einen Spenderkreis aufbauen, durch den mehrere Euro erwirtschaftet werden. Der genaue Betrag variiert von 1.800 bis ca. 4.000 Euro, je nach Projekt und Einsatzland.

[collapse]

Versicherung

Wichtig: Auch Freiwillige sollten umfangreich im Ausland versichert sein! Wir nehmen dies sehr ernst, da wir gerade in Entwicklungs- und Schwellenländern nicht wissen, was Ihnen passieren kann. Daher schließen wir für jeden Freiwilligen eine Auslandskrankenversicherung, eine Unfallversicherung und eine Haftpflichtversicherung ab.

[collapse]

Leistungen

Während des FD im Ausland erhalten unsere Freiwilligen in aller Regel eine Unterkunft, Verpflegung und Arbeitskleidung. Zudem soll es ein Taschengeld geben, das je nach Einsatzstelle und Einsatzland in der Höhe unterschiedlich ausfallen kann. Möglich ist auch, dass wir das Geld direkt an den Freiwilligen zahlen um sicher zu gehen, dass die Gelder auch bei den richtigen Personen ankommen. Liegen die allgemeinen Voraussetzungen vor, so wird das Kindergeld während des FD im Ausland weiter gezahlt.

[collapse]

Bewerbung für einen Auslandsaufenthalt (Freiwilligendienst)

Für den Freiwilligendienst im Ausland gibt es keine zentrale Bewerbungsstelle. Die Bewerbung erfolgt direkt bei uns. Die Ausgestaltung des Freiwilligendienst im Ausland fällt nicht in die Zuständigkeit des Bundes, sondern in die der Länder, so dass in jedem Bundesland ein unterschiedliches Bewerbungs- und Auswahlverfahren gilt. Je nachdem wohin es gehen soll, muss die Bewerbung ca. ein knappes Jahr vor der Abreise erfolgen. In der Regel im September des Vorjahres, wenn es im August des darauffolgenden Jahres los gehen soll. Also solltet Du im Herbst des Vorjahres beginnen, Dich um eine Stelle zu bemühen. Die Auslandsprojekte beginnen in der Regel zwischen Juli und September, nur wenige FD-Stellen werden zu einem anderen Zeitpunkt des Jahres besetzt. Zur Bewerbung an uns als Träger gehört ein Lebenslauf, ein Motivationsschreiben, der Nachweis zum eigenen ehrenamtlichem Engagement, zu Sprachkenntnissen und zu Auslandsaufenthalten. Hat man die Vorauswahl anhand der schriftlichen Bewerbung gemeistert, so wirst Du von uns als Entsendeorganisation zu einem Auswahltreffen und einem persönlichen Vorstellungsgespräch eingeladen. Im Gegenzug erhältst Du Informationen hinsichtlich der Einsatzmöglichkeiten.

[collapse]

Seminare

Beträgt der Aufenthalt im Ausland 12 Monate, so sind 25 Seminartage Pflicht. Freiwilligendienst im Ausland und im Inland unterscheiden sich diesbezüglich also nicht. Die Seminartage gliedern sich in ein Vorbereitungs-, Zwischen-, und Nachbereitungsseminar auf. Das Vorbereitungs- und das Nachbereitungsseminar betragen jeweils mindestens 5 Tage.

[collapse]

FAQ zum Freiwilligendienst