Oslo – wir kommen!

Göttingen. Am 15.07.2017 machten wir uns zu Dritt (Marie, Delia und Kevin) auf den FlughafenWeg nach Norwegen um dort in der Universität Oslo unsere Praktikumsplätze als Biologielaboranten zu besetzen.

Die Reise ging von Göttingen zunächst nach Berlin und von dort mit dem Flieger nach Oslo. Da man  den Zug zum Flug gleich mitbuchen konnte, trafen sich Delia und Kevin am Bahnhof in Hannover und fuhren gemeinsam. Marie wurde von ihren Eltern mitgenommen und war deswegen bereits zwei Stunden vor den anderen am Flughafen.

Von Berlin nach Oslo

Das erste interessante Ereignis unserer Reise,  ereignete sich noch an der Handgepäckkontrolle, wo Kevin zur  Drogen- und Sprengstoffkontrolle gebeten wurde. Nach dieser ging es endlich los: Geflogen wurde mit einer norwegischen Maschine und schon nach circa 105 Minuten ohne weitere Turbulenzen waren wir am Flughafen Oslo angekommen. Dieser liegt jedoch circa 60 km außerhalb von Oslo und so mussten wir noch zusätzlich mit dem Zug nach Oslo fahren. Hier fährt stündlich ein spezieller Transferzug. Neben dem Handgepäck und einem Koffer hatten wir noch einen zusätzlichen Koffer als Gepäcksstück, da wir mindestens drei Monate oder länger in Oslo bleiben würden. Dies war anfangs sehr praktisch, wurde aber mit der Zeit immer nerviger. Vor allem Delia hatte Probleme mit ihrer Tasche und geriet Zunehmens an ihre Grenzen. Vom Bahnhof ging es dann mit dem Taxi ins Hotel, in dem wir die erste Nacht gemeinsam in einem Zimmer verbrachten.

Haus mit PfauAnkommen und sesshaft werden

Am nächsten Tag machten wir uns gestärkt vom Frühstück auf den Weg,  die Schlüssel für die Zimmer im Studentenwohnheim abholen, indem wir für die nächste Zeit untergebracht sein würden. Hier sind viele Studierende aber auch Mitarbeiter der Universität untergebracht. Zum Studentenwohnheim war es eine kleine Odyssee: Wir mussten einen Bus nehmen, wussten aber noch nicht, wie das mit den Tickets funktionierte. Auch hatten wir vorher keine Möglichkeit, ein Ticket zu ordern. Daher verließen wir uns darauf, dass man im Bus ein Ticket ziehen konnte. In den Bus eingestiegen, gingen Delia und Kevin zum Busfahrer und wollten ein Ticket lösen, doch dies funktioniert nur mit Bargeld und wir hatten noch nichts gewechselt. Die Aufregung bei uns war groß, so dass Delia und Kevin sich miteinander unterhielten, wie sie das Problem lösen könnten. Dies fiel dem Busfahrer auf. Schließlich sagte dieser, dass er uns mitnehmen werde, weil wir Deutsche seien. Unser erster Kontakt mit einem Wahlnorweger.

Nachdem wir die Schlüssel bekommen hatten,  fuhren wir mit der T-Bane (U-Bahn) in Richtung unserer Wohnung. Glücklicherweise bekamen wir alle jeweils ein Zimmer in derselben Wohnung. Kevin und Delia teilen sich ein Bad. Marie hat ihr eigenes, muss dafür aber mehr Miete bezahlen. Die Küche wird geteilt. Egal, wen man anspricht, alle Menschen beherrschen die englische Sprache. Oftmals fragten wir uns, ob dies auch in Deutschland der Fall wäre.

Besonderheiten in Norwegen

Sonnenuntergang am Hafen in Oslo (Aker Brygge)

Sonnenuntergang am Hafen in Oslo (Aker Brygge)

Unsere anfänglichen Mitbewohner kamen aus Ghana und Zypern.

Als Besonderheit fiel uns auf, dass die Menschen in Norwegen nicht auf ihren Stromverbrauch achten. Unser Licht brannte Tag und Nacht und als wir es ausstellen wollten, wurde uns gesagt, dass der Strom hier in Norwegen günstig sei und aus Wasserkraftwerken und ähnlichem gewonnen wird. Wir fügten uns also. Das Studentenwohnheim liegt am Nordwestlichen Rand Oslos. Unsere Vorstellungen von einem Studentenwohnheim wurden nicht erfüllt. Es sah mehr aus wie eine Wohnungssiedlung mit ganz vielen Kinderspielplätzen zwischen den Häusern.  Ins Zentrum benötigten wir mit der Bahn circa 20-25 Minuten. Die ersten Tage verbrachte wir mit dem Entdecken der neuen Welt. Wir sahen uns viele neue Plätze wie den Hafen, die Oper, das Nationaltheater an.

Oslo2

Bus und Bahn in Oslo … Natur purNaturbilder Oslo

Schnell besorgten wir uns das Monatsticket für den Nahverkehr. Mit diesem Ticket konnten wir auch die Inseln vor Oslo besuchen. Dies war einer unserer ersten Höhepunkte in der kurzen Zeit. Oslo ist der zentralen Punkt Norwegens, die Hauptstadt… Wir hatten die Vorstellung, dass hier, wie auch in vielen anderen Hauptstädten, der „Bär steppt!“ – doch weit gefehlt: Hier ist für eine Hauptstadt wenig los. Dagegen scheint alles sehr kindgerecht und von der Natur geprägt zu sein. Man könnte sagen Oslo hat einen gewissen Dorfcharakter.

Das Wetter hier ist sehr wechselhaft. Manchmal ist es Morgens schön und Nachmittags dafür regnerisch. Trotzdem hatten wir in den ersten Tagen sehr gutes Wetter. Bei bis zu 27 Grad Celsius konnten wir in der Ostsee oder im See Sognsvann baden, welcher direkt am Studentenwohnheim liegt. Delia und Marie erlitten sogar einen Sonnenbrand von der doch überraschend starken Sonne in Oslo.

Leben und Arbeiten in Oslo …

Das Preisniveau ist sehr hoch. Hier ist in der Regel nichts günstiger als in Deutschland. Direkt im Studentenwohnheim gibt es einen Supermarkt, zu dem wir oft hingehen. Wollen wir Früchte, Fleisch und Gemüse kaufen, gehen wir auf den Markt in Grønland. Dort ist es verhältnismäßig sehr günstig. Internet können wir zwar Oslo Naturkostenlos bekommen, allerdings nicht als WLAN sondern nur über ein LAN-Kabel. Auch Sport können wir hier gleich neben unserem Studentenheim machen. Hier ist ein Sportplatz angelegt, der Wald ist in unmittelbarer Nähe und sogar ein Fitnessstudio liegt auf dem Weg zur Uni bzw. Arbeitsstelle.

Unser Arbeitsplatz befindet sich im Rikshospitalet, einer Forschungs- und Krankenhausinstitution.

Delia und Kevin arbeiten zusammen in einer Arbeitsgruppe, die sich mit DNA-Reparatursystemen beschäftigt, Marie arbeitet in einer anderen Gruppe. Das Labor, in dem Kevin und Delia, arbeiten liegt im obersten Stockwerk. Von dort aus haben wir bei klarer Sicht – Blick auf die Bucht und die Ostsee.

Die tägliche Arbeit beginnt um neun Uhr und endet je nach Dauer des Experiments. Verglichen mit Deutschland ist es sehr entspannend und die Menschen sind sehr aufmerksam und freundlich. Es scheint so, als würden sie sich auch außerhalb der Arbeitsstelle verstehen. Der erste Arbeitstag begann ein wenig schockierend für Delia und Kevin. Wir wurden von einer Masterstudentin aus Spanien abgeholt und bekamen prompt unzählige Seiten Material und ein Protokoll. Es stellte sich heraus, dass dies nur zur Verständigung dienen sollte und dass man alle Experimente zusammen unter Anleitung macht. Generell hielten oder halten uns die Leute hier für Studenten. Sie glauben, dass wir hier sind um eine Art Labor Erfahrung zu machen. Wir haben des Öfteren versucht ihnen das deutsche Ausbildungssystem zu erläutern, das den meisten Menschen hier fremd ist.

Unsere ersten Kontakte machten wir in sozialen Netzwerken wie Facebook. In einer Gruppe für internationale Studenten knüpften wir erste Beziehungen zu einem Italiener, einem Russen und einer Polin. Nach kurzer Zeit kamen immer mehr Kontakte hinzu.

Von der Uni bekamen wir einen Studentenausweis, mit dem wir jegliche Vergünstigungen in Anspruch nehmen können. Was uns dabei auffiel, war, dass auch Rentner vergünstigte Preise bezahlen. Demnächst wollen Delia und Marie die Lofoten besichtigen. Wir hoffen, in der nächsten Zeit noch mehr von Norwegen zu sehen und weitere Kontakte zu anderen Personen zu knüpfen.

Delia, Marie und Kevin

Schärenlandschaft Norwegen

Leben und arbeiten in einem fremden Land – Umeå/Schweden

Nachdem die ersten Wochen vergangen sind, haben wir uns langsam eingewöhnt. Auf der Arbeit wurden wir in die Arbeitsgruppe integriert und dürften bereits selbstständig an Projekten arbeiten. Als vollwertige Mitarbeiter angesehen, nehmen wir an Meetings teil und unterstützen andere bei ihren Aufgaben.

Unsere Teams und Arbeit an der Universität Umeå

Marlyn2-kleinDie Arbeitsgruppe, in die Marlyn aufgenommen wurde, befasst sich mit dem angeborenen Immunsystem und mit den Signalwegen, die stattfinden, wenn im Körper eine Entzündung vorliegt. Genauer wird an dem Mechanismus geforscht, der die Regulation der PRR- Signalwege (Pattern Recognition Receptors) steuert, sowie an dem Scheitern solcher Regulationen, die zu Entzündungen und zur Verschlechterung der antimikrobiellen Wirtsverteidigung führen. PRR (Pattern Recognition Receptors) spielen dabei eine große Rolle, denn durch diese Rezeptoren werden Pathogene (krankmachende Bakterien, Pilze und Protisten ) erkannt und entsprechende Signalwege eingeleitet. Durch die Aktivierung von PRR wird die Produktion von Zytokinen und Typ I Interferone initiiert, womit die Abwehr sofort beginnt. Normalerweise schützen die Immunreaktionen den Wirt vor dem Befall mit Pathogenen, doch manchmal kann die Immunantwort auch zur Selbstverletzung führen. Eine Sepsis zum Beispiel führt nicht unbedingt durch das Eindringen pathogener Erreger zum Tod, sondern auch durch die zu starke Immunreaktion des Körpers auf die Infektion. Daher ist es von Bedeutung, dass eine Balance zwischen der Verteidigung des Wirts gegen Pathogene und dem Schutz vor Selbstverletzung besteht. Dafür müssen die Signalwege, die bei einer Infektion stattfinden, eng reguliert werden.Jessi-klein

Jessie`s Arbeitsgruppe beschäftigt sind im Großen und Ganzen mit Hefen und deren Metabolismus. Genauer gesagt versucht man herauszufinden wie Translationsregulation von statten gehen und welche Proteine sie beeinflussen. Hierbei erforscht man auch den Einfluss von sogenannten Polysombodys, welche aus konservierten RNA bestehen und an verschieden Orten in der Zelle vorkommen.

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Die Freizeit nutzen wir, um die Stadt und die Natur in und um Umeå zu erkunden. Ob eine Tour mit dem Fahrrad um den See Nydalasjön, am Fluss Umeälven entlang in die Stadt oder an die Ostküste zum Bottnischen Meerbusen. Die Fahrradwege und -brücken sind gut zu befahren und vor allem im Sommer werden sie gern genutzt.

Weiterhin haben wir die Möglichkeit wahrgenommen ein Auto zu mieten. Damit konnten wir dann einige der Nationalparks im Norden erkunden. Unter anderem besuchten wir das Naturschutzgebiet Björnlandet. Weit weg von allem konnte man hier die pure Natur erleben. Einem Wanderpfad gefolgt erreichten wir die Spitze eines Berges und konnten einen wundervollen Ausblick auf den naheliegenden See genießen.

Ausflug zum Nationalpark Björnlandet und Elchfarm in Bjurholm

Nationalpark BjörnlandetDer Nationalpark war sehr schön gelegen. Dennoch waren wir enttäuscht keinem wildlebenden Tier begegnetet zu sein. Auf dem Rückweg begaben wir uns zu einer Elchfarm, um wenigstens hier ein Tiererlebnis zu haben. Auf dem Weg dort hin begegneten wir schon einer Rentierherde, die sich mitten auf einer Seitenstraße aufhielt. Aufgescheucht von unserer Anwesenheit begaben sie sich direkt auf die Hauptstraße und spazierten dort ganz selbstverständlich vor unserem Auto her. Elchfarm in Bjurholm1Doch nicht lange und sie fühlten sich bedrängt, bogen über einen Hügel ab zurück in den Wald, wo sie uns erstaunt ansahen. Die Fahrt über Schotterwege zum Nationalpark hatte sich also doch noch gelohnt. Angekommen an der Elchfarm in Bjurholm, begegneten wir hautnah ausgewachsenen Elchen, welche eine Schulterhöhe von bis zu 2,30 Meter erreichen können. Direkt neben ihnen stehend konnten wir die gutmütigen Tiere anfassen und füttern.

Jungtiere-Elch StreichelzooIn einem anliegenden Gehege gab es eine Art Streichelzoo, indem sich vier Jungtiere befanden. Erholt von den vielen Streicheleinheiten der Besucher lagen diese entspannt im Gras.

Ein ereignisreicher Tag ging zu Ende.

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Fähranleger zur Insel Holmön

Am nächsten Tag nutzten wir nochmal das Auto und fuhren zu dem Fähranleger zur Insel Holmön, etwas nördlich von Umeå. Die Fähre fährt im Sommer 5-mal am Tag, ist kostenlos (dank der fleißigen schwedischen Steuerzahler) und da es ein schöner Tag war, war sie gerappelt voll. Nach einer ¾ Stunde Schifffahrt landet man dann auf der Insel. Kirche

Hier gibt es passenderweise ein Boot-Museum und einen Leuchtturm. Man kann sich auf der Insel im örtlichen Kiosk auch Fahrräder ausleihen aber wir erkundeten die Insel zu Fuß, weil uns gesagt wurde, dass es hier schöne Wanderwege gäbe. Auf der Suche nach diesen gingen wir durch das Dorf, vorbei an der historischen Windmühle und der örtlichen Kirche. Alle Häuser sehen wieder aus wie aus einem Astrid Lindgrens Roman. Es stellte sich heraus, dass die “gut ausgeschilderten” Wanderwege nun doch nicht so gut waren und wir drehten um.

OstseeWir wollten uns den Leuchtturm anschauen und, da es noch nicht zu kalt war, traute sich Jessie auch ins Wasser.

Nach einem ganzen Tag unterwegs fuhren wir müde und glücklich wieder zurück.

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Umeå ist sehr weitläufig und daher brauch man hier zwingend ein Fahrrad. Es gibt hier einen riesigen Second-hand Fahrradmarkt und einige schwarze Schafe darunter, also Augen auf beim Fahrradkauf.  Wir kauften uns beide ein Fahrrad bei seriös aussehenden Menschen und bis jetzt gab es noch keine Beschwerden. Glücklich über unsere neue Errungenschaft musste diese sofort auf Herz und Nieren getestet werden, mit einer 50km Fahrradtour zu einem der schönsten Strände der Umgebung.

Ostsee1Wir besorgten uns noch Reiseproviant auf dem Bauernmarkt, welcher hier jeden Samstag im Sommer stattfindet (alles aus der Region, wurde uns versichert) und dann ging es los. Jessie hatte vorher über Google – Maps eine Strecke rausgesucht und wir fuhren durch wunderschöne Dörfer, vorbei an den typischen roten Schwedenhäusern und an tollen Bauernhöfen, bei denen man glaubt das Michel gleich herausgelaufen kommt. Endlich angekommen am Strand staunten wir nicht schlecht. Man fühlte sich nicht mehr wie in Schweden sondern eher wie an einem Strand im Süden. Hier spielten die Leute Volleyball, aßen Eis und hatten anscheinend alle noch Hochsommer, während wir schon zitterten. Trotz Kälte taten wir es ihnen gleich und das Wasser war herrlich. Auf dem Weg zurück wollten wir eine andere Strecke nehmen, da wir auf dem Hinweg eine vielbefahrene Landstraße nehmen mussten. Wir fuhren mehr oder weniger quer Feld ein. Auf alten Waldwegen ging es an versteckten Seen und kleinen Ferienhäusern vorbei. Leider haben wir wieder keine freilaufende Elche gesehen. Wo stecken die bloß?

Das Semester beginnt

Oktober -Semesterbeginn: Da nun langsam die Studien-Semester anfangen und die Studenten scharenweise über die Stadt einfallen, hört man mehr und mehr von Partys in der Nachbarschaft und laut grölende Leute im Viertel. Marlyn bekam eine neue Korridor-Mitbewohnerin und wir wurden zu einem geselligen Abend eingeladen unter internationalen Studenten. Durch diese Gruppe hatten wir das Glück, dass wir in das Buddy-Programm gerutscht sind. Das Programm besteht im GrundeBildersammlung daraus, dass sich einheimische Studenten (Buddys) um die internationalen Erstis kümmern und sie in landestypischen Sitten einweisen. Dadurch waren wir bei einigen Aktionen dabei wo man noch mehr Menschen von der ganzen Welt trifft. Außerdem organisieren sie einige Aktionen, wie zum Beispiel ein schwedisches Dinner (Buddys kochen für die uns typisch schwedischen Gerichte) mit Köttbullar und Fisch.

Durch das Buddy-Programm lernten wir viele tolle Leute kennen und machen gemeinsam BBQ am See um dann nachts die wunderschönen Polarlichter zu beobachten.

Außerdem geht es sportlich zu bei einigen anderen Gelegenheiten, wie zum Beispiel beim gemeinsamen Volleyball spielen oder beim landestypischen Brennball.

Alles in Allem eine tolle Truppe.

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Das Västerbotten Freilichtmuseum

Västerbotten MuseumNatürlich sind und waren wir hier in unserer Freizeit nicht nur sportlich aktiv . Wir haben auch viel über Land und Leute aber auch etwas über die Geschichte der Region erfahren.

Dazu haben wir das örtliche Västerbotten Museum, welches unter anderem ein kostenloses Freilichtmuseum ist, besucht. Es handelt sich bei diesem Museum um eine große Fläche, die sich auch zum Spazierengehen eignet. Man kann hier gut die Seele baumeln lassen und die Entwicklungsgeschichte von der Besiedelung Schwedens bzw. die Entwicklung von Orten und Landwirtschaft sehen.

In der Innenlage schlendern wir durch die verschiedenen Jahrzehnte der Entwicklung Umeås und Umgebung. Angefangen bei den Ureinwohnern (die Samen) bis hin zur heutigen Zeit.

Im Freilichtteil haben wir ein nachgebautes altes schwedisches Dorf mit begehbaren Häusern und Ställen bewundern können. Zudem gibt es hier noch einen samischen Teil, wo alte samische Hütten nachgebaut sind. Hier durften wir zum History Festival auch Rentierfleisch probieren (schmeckt wie ganz normales Rind). In einer weiteren Ausstellung wurde uns die Geschichte des Robbenfangs erzählt und wir konnten wieder eine Windmühle bestaunen.

Unser Fazit: „Auf jeden Fall sehenswert!“/

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Nationalpark Skuleskogen1

Nationalpark Skuleskogen

Wir suchten uns eine etwa 25 km lange Wanderstrecke aus und das war genau richtig. Die Tour führte immer zum Wasser hin und mit jedem Meter durch tiefe Wälder, konnten wir mehr vom Meer sehen. Am Anfang ging es wieder über Moore und Sümpfe. Da aber überall Bretter und Brücken waren, kamen wir einigermaßen trocken voran.

Nationalpark Skuleskogen2Später sind wir noch das Hochplateau erklommen, von wo aus wir einen herrlichen Rundumblick hatten. Die bekannten Highlights des Parks sind aber die Schluchten. Rechts und links ragen meterhohe, kerzengerade Wände in die Höhe und eigentlich soll man hier eine besondere Flechte finden, (Engelshaarflechten) welche nur hier wachsen können. Da die Luftfeuchtigkeit und das Klima genau passend sind. Hütten im Nationalpark Skuleskogen

Das letzte Stück zum Meer ist dann noch mal beschwerlich, da man steile Geröllfelder herunterklettern muss. Angekommen ist der Blick aber traumhaft. Hier gibt es Sandstrände und was besonders schön ist, überall kleine Hütten mit Betten und Kaminen. Diese sind auch wieder kostenlos und immer offen, man muss sie nur sauber wieder zurücklassen. Außerdem gibt es wie überall in Schweden Feuerholz, welches die Region kostenlos zur Verfügung stellt. Leider waren wir nicht für eine Übernachtung vorbereitet und so blieb es bei einer Tagestour, aber mit dem Verspechen wiederzukommen.

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Das Leben in Umeå/Schweden

Wir haben festgestellt, dass das eigentlichen Leben in Umeå, dem in Göttingen/Deutschland sehr ähnlich ist. Die Städte sind fast gleich groß und sind bzw. haben alles auf Studenten ausgelegt. Es gibt viele Second-hand Läden und kostenlose Freizeitaktivitäten.

Fast jeden Tag gibt es hier einen Flashmob oder Ähnliches und an jeder Ecke eine Burgerbude oder einen Imbiss. Beim Autofahren bemerkten wir, dass die schwedischen Autofahrer im Vergleich zu den Deutschen wesentlich entspannter sind. Selbst Freitagnachmittag in der Rushhour wird nicht gedrängelt oder gehupt.

Im Allgemeinen sind die Schweden sehr viel entspannter, freundlicher, offener und sie sprechen fast alle beneidenswert gutes Englisch (sogar die alten Herrschaften). Wir versuchen davon so viel wie möglich mitzunehmen.

Fast alles kann man hier mit Kreditkarte bezahlen, vom Stand auf dem Wochenmarkt bis hin zum Busticket. Meist geht es auch gar nicht anders (Schweden plant schon länger alles Bargeld abzuschaffen). Das mit der Bezahlung ist hier auch etwas anders. Kaum einer hat mehr Bargeld. Zudem gibt es zwar Kommabeträge (199,99kr= rund 21 Euro) aber diese werden bei Barzahlungen gerundet, da es keine Münzen dafür gibt sondern nur 1kr, 2kr, 5kr, 10kr. Höhere Beträge gibt es nur als Schein (als wir das erste Mal Geld abgehoben haben, war es seltsam einen 1000kr Schein in der Hand zu haben).

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Nun ist die Hälfte schon wieder um und die Tage werden merklich kürzer und definitiv kälter. In den nächsten 2 ½ Monaten wollen wir noch eine Hundeschlittentour machen und die letzte Woche hier in Schweden in Stockholm verbringen. Auf diese kommenden Erlebnisse freuen wir uns schon sehr und der Gedanke daran hält uns warm.

Wir hoffen unser Bericht hat Euch gefallen.

Jessie und Marlyn

 

Als GTA Arbeiten und Leben in Worcester

Worcester. Arbeiten und Leben kreativ und kulturell mit „Fish and Chips“. Seit nunmehr knapp drei Monaten lebe und arbeite ich nach meiner Ausbildung zur Gestaltungstechnischen Assistentin in Worcester, der gleichnamigen Gewürzsoße – ausgesprochen „Wuster“.

Während meines Auslandspraktikums arbeite ich bei der Agentur Modus. Die Agentur teilt sich in drei verschiedene Abteilungen auf:

  1. online Bearbeitung (Webseiten etc.), 
  2. kreative Bearbeitung (Werbemittel, Plakate, Flyer, etc.) und
  3. druck Bearbeitung (digital, creative, print).

Als Gestaltungstechnische  Assistentin arbeite ich selbstverständlich in der kreativen Abteilung und gestalte kleine Projekte am PC. Diese werden dann in den anderen Abteilungen produziert oder online gestellt, somit arbeite ich den anderen Abteilungen zu. Das ist wirklich spannend, wenn ich meine Arbeiten später gedruckt bewundern kann, bevor sie zum Kunden gehen. Denn irgendwie muss ja alles vom Bildschirm auf Papier oder ins Web gebracht werden.

mein Arbeitsplatz

mein Arbeitsplatz

Die Agentur Modus besteht aus zwei Gebäuden, die nur ein paar Meter voneinander entfernt sind. Im Hauptgebäude ist die eigentliche Agentur. Hier arbeiten Grafikdesigner, Manager und Webdesigner nebeneinander. Wir haben viel Kundenkontakt. Gerade Kunden mit großen Projekten aber auch Kunden mit kleinen Wünschen und Vorstellungen kommen persönlich vorbei und erteilen uns einen Auftrag. Bisher konnten allen geholfen werden. Echt toll! 

mein Arbeitsplatz Rike

 

Dadurch, dass ständig neue Kunden uns besuchen, gibt es eigentlich keinen normalen Arbeitstag, dass finde ich richtig gut. Ständig kommen neue Aufträge rein, die mal eben schnell oder etwas weniger schnell bearbeitet werden müssen. Auf die Art und Weise wird es nie langweilig und die Vielfalt der Aufträge macht richtig Spaß. Es ist schön zu sehen, wie von der Idee – zum Entwurf bis zum fertigen Produkt Dinge entstehen und der Kunde mit unserer Arbeit zufrieden ist. So vergehen die Tage im Fluge…

Meistens arbeite ich an Wohltätigkeitsprojekten. Ich habe Dinge zu gestalten oder kleine (Amends) Fehler zu korrigieren. Ab und zu bekomme ich jetzt auch mal größere Projekte aufgetragen. Diese schaffe ich ganz gut mit Hilfe der Kollegen, da ich die Kunden noch nicht kenne und nicht weiß, worauf ich bei dem einen oder anderen zu achten habe. Toll finde ich es, wenn ich auch mal mit Kunden persönlich in Kontakt treten kann, dies kommt leider viel zu selten vor.

schnelle Informationen per Zettel

schnelle Informationen per Zettel

Normalerweise laufen alle Aufträge über die Agenturmanager. Die stehen im Kundenkontakt, erhalten die Informationen und beurteilen danach, wie lange wir für die Bearbeitung des Auftrags benötigen und was er kosten wird. Die Manager haben auch im Blick, wer wie viele Projekte hat und wer von uns den Auftrag bekommen wird. Somit sind sie für die Auftragslage und den Gewinn der Agentur verantwortlich.

Sozial- oder Aufenthaltsraum

Nach der Arbeit bin ich froh, dass ich keinen Bus oder Auto nach Hause brauche. Der Worcester Feierabendverkehr ist schrecklich und oftmals ist man sogar schneller zu Fuß zu Hause als wenn man das Auto oder den Bus nimmt.

Manchmal bleibe ich nach der Arbeit in der Stadt und vertreibe mir den Feierabend mit Singen im Chor, bei Musicalproben oder helfe bei der Vorgruppe der Pfadfinder aus. Auf die Art bekomme ich kein Heimweh und fühle mich hier auch richtig wohl und eingebunden.

Frederike